| Anmerkungen: | Heiratet am 1.5.1803 in Köpenick die Wilhelmine Caroline Tiefenteller.
Er wird als Sohn des Mühlenmeisters Christian Gebhardt aus Magdeburg bezeichnet. Wörtlich:
Aus dem Kirchenbuch der Schloßkirche Cöpenick 1803:
"Am 1. Mai ist der Mühlenbescheider Herr Johann Friedrich Andreas Gebhardt ältester ehelicher Sohn des Mühlenmeisters Christian Gebhardt in Magdeburgischen aus Niegripp bei Burg gebürtig mit seiner verlobten Braut Caroline Wilhelmine Tiefenteller, der auf der Ravensteinischen Mühle verstorbenen Mühlenmeister Jacob Philipp Tiefenteller ältester ehelichen Tochter nach vorangegangenen dreimaligen Aufgebot in hiesigen Kirchen vor mir im Hause des Küsters Brusaat copulieret worden.
Widekind
Johann Friedrich Andreas Gebhardt
30 Jahre alt
mit
Caroline Wilhelmine Tiefenteller
24 Jahre alt"
---------- Ende des Transskripts des untenstehenden Links -----------------------
Die Ravensteiner Mühle wird 1863 von der Famile von Treskow gekauft und in deren Gutsbesitz übernommen. Die Mühle ist heute eine Gaststätte.
Etwa 1930 beantragte Eveline von Treskow das Gebiet um die Mühle herum zu erschließen und eine neue Siedlung zu gründen. Schon nach wenigen Jahren waren die Parzellen verkauft, die Strassen errichtet und der Ort "Waldesruh" entstanden. Waldesruh ist heute ein Gemeindeteil des Ortsteils Dahlwitz- Hoppegarten.
Bei der ersten Heirat 1840 des Sohnes wird er noch genannt, da jedoch ein Gerichtsconsens nötig war, ist er möglicherweise auch schon tot. Bei der zweiten Hochzeit 1847 ist er nicht mehr genannt.
Wir vermuten, dass er Gutsbesitzer in dem Ort war, in dem auch sein Sohn geboren ist: Kleinwall bei Kagel. Leider liegen uns keine Aufzeichnungen aus dem Jahre 1809 vor. Das Güterverzeichnis 1923 gibt für Kagel folgende Grundbesitzer an: Richard Albrecht, Otto Elsholz, W. Glawe, Max Jung, Gust. Lötz, Alb Scherfling, Otto Scherfling, Aug. Schulze, Louise Stubenrauch (Wwe.), Fritz Weiland.
http://www.carl-bechstein-gymnasium.de/hp_neu_05/profil/artikel/geschichte/erkner/erkneranerhefte/heft5.pdf
Vor 75 Jahren.
Der Regierungsassessor Richard Boeckh gab im Jahre 1861 im Verlag von
Dietrich Reimer in Berlin eine Ortschafts-Statistik für den Regierungsbezirk
Potsdam mit der Stadt Berlin heraus, deren Material durchweg etwa aus
dem Jahre 1859 stammt und das uns also den Zustand wiedergibt, wie es in
unsere Heimat vor 75 Jahren gewesen ist. [...]
Die zahlreichen heute um Erkner gelegenen selbständigen Ortschaften
waren damals zu Langemeiden zusammengefasst, die den Namen! Erster
Heidedistrikt“, „Zweiter Heidedistrikt“ und „Dritter Heidedistrikt“ führten.
Zum ersten Heidedistrikt gehörten die Kolonie Erkner, die Kolonie
Woltersdorf er Schleuse, die Kolonie Neu-Buchhorst, die Wohnhäuser
Schönschornstein, die Kolonie Hohenbinde und die Wohnhäuser Alte
Hausstelle; zum Zweiten Heidedistrikt gehörten die Kolonie Alt-Mönchwinkel,
die Wohnhäuser Neu-Mönchwinkel (auch Butlerseck genannt), das Gut
Birkenwerder, die Wohnhäuser Storkowfort, die Wohnhäuser Sieverslake,
das Vorwerk Wilhelmsau, das bis 1848 Blumenberg hieß, und die Kolonie
Freienbrink; der Dritte Heidedistrikt bestand aus der Kolonie Alt-Buchhorst, der
Kolonie Grünheide, der Wassermühle Klein-Wall, dem Vorwerk
Schmalenberg, der Kolonie Gottesbrück, der Kolonie Fangschleuse, dem
Wohnhäusern am Priestersee und der Kolonie Bergluch.
[...]
Die Kolonie Grünheide hatte 85 Einwohner, darunter 13 Ehen, 1 öffentliches
Gebäude, 8 Wohnhäuser und 12 Wirtschaftsgebäude. Es wurden 3 Pferde,
21 Rinder und 2 Schafe gehalten.
Die Wassermühle Klein-Wall, die eineinachtel Meile östlich vom Bahnhof
Erkner lag, war eine wassergetriebene Getreide- und Sägemühle, die vorher
nicht auf dem kleinen Wall, sondern auf dem Thomas-Wall lag und die um
1750 angelegt worden sein muss. Sie hatte 31 Einwohner, darunter 5 Ehen,
für die 3 Wohnhäuser und 8 gewerbliche und wirtschaftliche Gebäude
vorhanden waren. An Vieh wurden 7 Pferde, 17 Rinder und 200 Schafe
gehalten.
(Red.: bei der beschriebenen Größe ist der Eigentümer nicht nur Müller oder Mühlenbesitzer, sondern kann sich mit Recht auch Gutsbesitzer nennen.)
Im Vorwerk Schmalenberg, das früher Schmerlenberg hieß, waren 12
Einwohner vorhanden, darunter 3 Ehen, 2 Wohnhäuser und 2 gewerbliche
und wirtschaftliche Gebäude; es wurden 3 Rinder gehalten.
In der Kolonie Gottesbrück, an der sogenannten Gottesbrücke, waren 71
Einwohner, darunter 11 Ehen, 8 Wohnhäuser und 5 gewerbliche und
wirtschaftliche Gebäude. An Vieh waren 2 Pferde und 21 Rinder vorhanden.
Die Kolonie Fangschleuse am Werlsee hatte 123 Einwohner (23 Ehen), 12
Wohnhäuser und 15 Wirtschaftsgebäude. An Vieh waren 6 Pferde, 40
Rinder und 4 Schafe vorhanden.
Die Wohnhäuser am Priestersee, es waren drei, darunter das Schlösschen,
hatten 37 Einwohner (5 Ehen). Außer den Wohnhäusern standen 3
Wirtschaftsgebäude zur Verfügung. An Vieh waren 7 Rinder und 2 Schafe
gehalten.
[…]
Im Dritten Heidedistrikt waren insgesamt 578 Einwohner vorhanden, darunter
98 Ehen. An Gebäuden wurden gezählt ein öffentliches Gebäude, 56
Wohnhäuser und 72 gewerbliche und wirtschaftliche Gebäude. Die Gehöfte
bedecken ein Arial von 32 Magdeburger Morgen, die Acker waren 454
Magdeburger Morgen groß und die Wiesen 198 Morgen. An Vieh waren
insgesamt vorhanden 24 Pferde, 174 Rinder und 217 Schafe. Das Steuer-
Soll-Aufkommen betrug 9 Taler Grundsteuer, 257 Taler Klassensteuer und
15 Taler Gewerbesteuer. Die Polizeiverwaltung übte der Staat (amt
Rüdersdorf) aus. Für die kirchliche Betreuung der Wassermühle Klein-Wall
war Kagel zuständig, alle anderen Orte des dritten Heidedistrikts wurden von
Rüdersdorf aus betreut.
[...]
Aus „Allgemeiner Anzeige“ ca. 1937
Im gleichen Dokument etwas später lesen wir über Erkner:"An der Ecke Friedrich-Beuststraße endlich stand das Zweifamilienhaus der Frau Friedericke Gebhardt."
Anmerkung 1: 1819 Mühlenmeister in Kleinwall J. Chr. Heppert
Anmerkung 2: 1824 Mühlenmeister in Kleinwall Carl Lorenz
1804 - 1806 Joh. Andreas Gebhart, Mühlenmeister
1807 - 1810 ... Kruschwitz, Mühlenmeister
1809 ... Gursch, ...
1811 ... Drumert, Mühlenmeister
1816 - 1821 ... Höppert, …(evtl. der obige Heppert)
Alle Angaben stammen aus:
Paeslack, Dr. Meinhard: Das Müllergewerk zu Strausberg 1758-1831, Seiten
148-149
In: Archiv für Sippenforschung; X; 1932
Mühlenbescheider verwalteten die Königlichen Mühlen. Sie übten die Funktion örtlicher Beamter aus, die jedoch kein festes Gehalt erhielten und von den Mahleinkünften ihren Lebensunterhalt bestritten.. |