Im November 1845, Galveston

Tage anhält, bis dann der Norder und die Kälte sich auf's neue wieder einstellt. Wir freuen uns sehr, als um 4 Uhr die Köchin aufgestanden und in der neben unserem Zimmer gelegenen Küche, in welchem man aus demselben durch eine offen stehende Thür eintreten konnte, ein lustiges Feuer an machte und wir uns rund ums Feuer gestellt erwärmen konnten. Auch bestellten wir bei ihr zu unserer inneren Erwärmung jeder von uns eine Portion Kaffee, den wir schon um 5 Uhr zu uns nahmen. Da der Sturm weiter auf den Tag etwas nachgelassen hatte und sich einige Matrosen von unserem Schiff auch eingefunden hatten, um den Kapitain der diese Nacht hier auch zugebracht hatte, an Bord zu bringen, so benutze ich diese Gelegenheit und fuhr mit. Das mitgebrachte Arzneimittel half meiner Frau so viel als nichts, obgleich es 75 Cent oder mehr als einen Preußischen Thaler gekostet hatte und man dasselbe in der alten Heimath um 3 oder 4 Silbergroschen kauft hätte; doch wurde meine Frau von selbst besser, ich dagegen erkrankte und musste acht Tage zu Bette liegen. Meine Krankheit rührte theils von Schrecken, als mich die stürmenden Meereswellen in dem kleinen Boote bedeckten und durch und durch benetzten, theils von der Erkältung, die ich mir in den nassen Kleidern besonders in der kalten Nacht zu Galveston zuzog. Doch wurde ich oft wiederhergestellt und besuchte dann solange wir noch im Hafen lagen die Stadt täglich, theils nur allein, theils auch mit meiner Frau. Der Besuch der Stadt wurde uns dadurch erleichtert, daß unser Schiff an eine Brücke anlegte, deren es hier zu diesem Behuf mehrere giebt, um dadurch das Aus- und Einladen zu erleichtern, die auf eingerammten Pfählen so tief ins Meer erbaut sind, daß die Schiffe daran bequem anlegen können und auf der die einzuladenden, oder ausladende Waaren auf Wagen zu-  oder abgefahren werden. Auf dieser Brücke war auch uns gestattet nach Belieben ab- und zuzugehen. Die Stadt Galveston, die den wichtigsten Seehafen im Staate Texas hat, ist nicht groß, sie zählt ungefähr 200 bis 300 Häuser und 2 bis 3000 Einwohner. Die Häuser sind aber alle nur von ganz schwachen Holz erbaut und wie gesagt sämmtlich mit schwachen Brettern bekleidet. Sie stehen auch meist alle, besonders die an der See gelegenen ein paar Fuß über der Erde erhoben, auf eingerahmten Pfählen weil