Februar 1846

denn der Stamm, obgleich sechs bis acht oder noch mehr Zoll im Durchmesser, unten bis zu seiner Krone von seinen langen scharfspitzen immer grünen schilfartige Blättern befreit, ist in seinem Inneren doch so schwammig und saftig, daß er als Brennmaterial durchaus nicht zu brauchen ist. Auf die andere Art Kactus, die mit breiten stacheligen Blättern, wovon ein Blatt sich an das andere setzt und gleichsam daraus erwächst, die im heimathlichen Lande sehr häufig in Blumentöpfen gezogen wird, ist hier überall im Freien von bedeutender Größe häufig vorhanden, so daß sie mit ihren langen und breiten 1 Zoll dicken stachlichten Blättern dem Wanderer oft den Weg versperrt und ihn nöthigt einen anderen einzuschlagen, um nicht von ihren Stacheln gestochen zu werden. Außerdem ist die Erde mit unzähligen Blumen aller Art von ganz besonderer Schönheit übersät, unter welcher sich auch die unter dem Namen “stolzer Heinrich” wie sie im Vaterlande genannt zu werden pflegt befindet, überhaupt findet man hier Blumen im Freien, wie sie in der alten Heimath nur mit der größten Sorgfalt im Garten gezogen werden. Am häufigsten findet sich aber die Brombeerranke mit ihrem großen weißen Blumen, welche die Erde überall überziehen und zu Anfange des Märzmonat zu blühen anfängt. — Singvögel, als Lerchen, Nachtigallen und andere in Europa lebenden Arten gibt es hier nicht; man hört auch keinen Kukuck schreien; dagegen gibt es eine unzählige Menge von allerhand schönen, wilden Enten, die an Schönheit, die zahmen in Europa weit übertreffen, wilde Gänse von grauer und schneeweißer Farbe, Pelikane oder große, den Gänsen ähnliche Vögel mit einem etwas langen storchartigen Schnabel, unter welchen ein langer weiter Kropf zum Aufbewahren der gesuchten Nahrungsmittel hängt, ebenfalls bunte und weiße und viele andere Vögel von verschiedener ausgezeichnet schöner Farbe, die aber alle nicht singen, die Schönheit der herrlichen Natur durch ihren Gesang nicht erhöhen und des Menschenherz nicht erfreuen. Im Ganzen ist die Gegend, ungeachtet sie an der Küste nur einen schlechten unfruchtbaren Boden hat, doch schön und anmuthig. — Die Gegend aber, wo unsere Colonie angelegt wird, hat einen weit schöneren und fruchtbaren Boden, die schönsten Waldungen, welche das brauchbarste und nützlichste Holz enthalten und unzählige Nußbäume, Weinreben und