Mit fünf Jahren erkrankte ich an Scharlach. Ich wurde mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus gebracht. Das erste Mal war ich von zu Hause weg. In einem großen hohen Bett angeschnallt bekam ich zweimal täglich Penicillinspritzen in die Oberschenkel gestochen, machte nachts ins Bett, wurde dafür angeschrieen und konnte meine Eltern nur durch eine große Scheibe sehen. Das Krankenhaus kam mir wie ein Gefängnis vor. Die Schwestern hatten keine Zeit und sechs Wochen erschienen mir wie eine Ewigkeit. Am Tag der Erlösung wurde ich in einer großen Badewanne gebadet und mit einem Krankenwagen nach Hause gefahren. Inzwischen war unsere Wohnung entseucht worden. Mama, Papa und Rixa waren leider nicht zu Hause. Ich ging in den Garten. Da baute Opa ganz hinten seine Garage für seinen „Käfer“. Ich durfte zu ihm auf das Dach steigen und mir alles ansehen.


Buchliste: Petra Gebhardt