22. November 1845, Land in Sicht!

Durch weiteres Fortsegeln ins Unglück zu stürzen, da der Hafen bei dem dichten Nebel, der eine Art Rauch zu sein schien, und der vor demselben liegenden Sandbecken ohne einen Lootsen doch nicht erreicht werden kann. So liegen wir denn hier in einer nicht gar weiten Entfernung vom Lande, festgehalten von den mächtigen Ketten der Anker und tüchtig geschaukelt von den gewaltigen Wellen des Golfs ohne durch den Anblick des naheliegenden Landes sich erfreuen zu dürfen, da wir nur vier Meilen von Neu-Orleans und 7 Meilen von Galveston entfernt sein sollen. Schon gestern Abend war die Luft bei einem ziemlichen Westwinde empfindlich kalt und feucht, heute ist sie nicht weniger feucht und viel kälter als gestern, daher sehr unfreundlich und unangenehm. Da die Passagiere ein sehnliches Verlangen haben, recht bald an Land gesetzt zu werden, bei den bewandten Umständen dasselbe nicht befriedigt werden kann, so werden sie sämmtlich von der langen Weile geplagt. Einige suchen sich daher durch Liegen und Schlafen andere durch muthwillige Streiche auf dem Verdeck oder durch das Hineinstarren in die brausenden Wogen, noch andere durch Schießen nach den vorbeifliegenden Vögeln, die Zeit zu verkürzen. So wurde ein schöner ziemlich großer spechtartiger Vogel, der sich auf das Tauwerk des Schiffes gesetzt hatte, von einem Passagier erschossen und von dem Mediziner ausgeweidet und ausgestopft. Ebenso hat man in der Nähe des Schiffs eine bedeutende Anzahl Braunfische von ziemlicher Größe wahrgenommen, die mit dem Wellenschlage dahin schwammen und von den Wellen bald ganz entblößt, bald wieder bedeckt dem Auge sich darstellten. Sobald der Nebel vertrieben und die Luft wieder hell geworden war, sollen die Anker wieder aufgezogen und nach Galveston zu gesteuert werden.

Montag den 24 November 1845 wurde der Wind etwas mäßiger und kam aus Osten; auf der Nebel war nicht mehr so dick, man konnte weiter in die Ferne sehen; doch hatte die Sonne beim Aufgang eine dunkele Röthe und gab keinen Schein von sich, nachdem sie schon eine bedeutende Höhe im Horizont erstiegen hatte. Gegen Mittag konnten wir in ziemlicher Nähe durch den Nebel hindurch Land sehen und ganz deutlich ein einzelnes großes Haus mit weißen Wänden unterscheiden. sogleich wurde die kleine Schaluppe ins Meer gelassen, vom Steuermann und vier Matrosen bestiegen und